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Montag, 6. August 2018

Im Test: Grant's Family Reserved Blended Scotch Whisky



Grant's Family Reserve Blended Scotch Whisky
Herkunft: Schottland
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: William Grant and Sons
Gattung: Blended Scotch Whisky
Preis: Circa 10-12 Euro für 0,7 Liter
Geschmack: Keinen nennenswerten Aromen, kratzig, warmer Abgang, Eiche, süß



Ein guter, gereifter Whisky nimmt seinen Freund in den Arm und sagt ihm, wie schön das Leben doch ist. Es ist vergleichbar mit einer wunderschönen orientalischen Frau aus Tausendundeine Nacht, die liebevoll duftet und dich umschmeichelt mit ihrer bezaubernden art. Beim Grant's Family Reserve Blended Scotch Whisky verhält es sich da etwas anders. Die orientalische Frau ist hier eher ein Malocher aus einem schottischen Arbeiterviertel, der dir sagt, dass das Leben, sobald es dir mal etwas zurückgibt, gleich wieder zwei Schicksalsschläge eintreffen, die das Leben sofort wieder ein wenig ungemütlicher machen. Und genau so schmeckt der Grant's auch. Es ist ein rauer, schottischer Whisky. Eine Massenabfüllung um für einen Abend seine Sorgen zu vergessen und am nächsten Morgen gleich wieder zu wissen, dass das Leben dir nichts schenkt. Und trotzdem, oder genau aus diesen Gründen, kann ich dem Grant's etwas abgewinnen. Eigentlich ein Begleiter für Whisky & Cola und andere Longdrinks, war der Grant's bei mir in verschiedenen Situationen ein bewährter Begleiter. Ich will nicht sagen, dass sich hier irgendwelche betörenden Aromen verstecken, aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich den Grant's dem Johnnie Walker Red Label vorziehen.

Im Geschmack ist der Grant's relativ kratzig und ruppig mit seinen gerade mal 40%. Rauch schmeckt man nicht heraus und auch sonst ist der Grant's relativ arm an Aromen. Verwässert schmeckt er jedoch nicht und der warme, kurze Abgang lässt ein wenig Honig und Eiche zum Vorschein kommen. Für gerade einmal 10-12 Euro gibt es wesentlich schlechtere Vertreter. Einen Bonuspunkt gibts für die einzigartige Flasche, die sich schön in der Bar macht (und manchmal auch ein ähnlich gestaltetes Glas als Bonus mitgeliefert wird). Farblich wurde hier natürlich nachgeholfen. Seine relativ kräftig dunkle Farbe hat der Grant's nicht auf natürliche Wege erhalten, sondern durch den Einsatz von Zuckerkulör. Zum mischen von Getränken macht der Grant's einen brauchbaren Job und eignet sich auch als guter Begleiter, wenn man nervige Gesellschaft um einen herum mal vergessen möchte. Allerdings ist er auch mit Vorsicht zu genießen, der kann nämlich auch einen Tag später Krach machen.



Wertung: 32 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse

Sonntag, 5. August 2018

Im Test: Tullamore Dew - Irish Whiskey




Tullamore Dew - Irish Whiskey
Herkunft: Irland
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: William Grant and Sons
Gattung: Grain Whisky (Blend)
Preis: Circa 15,99 für 0,7 Liter
Geschmack: Junger Whisky, milde und simple Aromen, leicht zu trinken, Eiche


Mein erster Test in der Whisky Lounge soll ein Whisky werden, der meine Leidenschaft für das Getränkt vor etlichen Jahren entfachte.  Der Tullamore Dew ist eine beliebte Massenabfüllung und wurde millionenfach verkauft. Werbung ist im Fernsehen zu sehen und diese Abfüllung hier gehört zu den Flaggschiffen, die der Eigentümer William Grant and Sons besitzt. Der Tullamore Dew ist meistens der Hauswhisky, den viele Pubs auch hier in Deutschland anbieten. Selbst in einem Pub wird man diesen Whisky zu einem erschwinglichen Preis konsumieren können.

Und genau darin liegen seine Stärken. Der Tullamore Dew ist eine ehrliche, simple Abfüllung. Ein milder irischer Vertreter, von dem man aufgrund seines günstigen Preises auch mal am Abend ein Gläschen mehr trinken kann. Der Tullamore Dew wird, wie anfangs bereits erwähnt, in Massen abgefüllt. Man darf hier keinen komplexen Whisky erwarten, der ein Feuerwerk der Aromen entfachen wird. Hat man zuvor einen kräftigen Bourbon getrunken oder einen gereiften Vertreter aus einer anderen Preis- bzw. Altersklasse, dann dürfte man den Tullamore Dew sogar als relativ geschmacksneutral wahrnehmen. In diesem Sinne ist es unfair, diesen Whisky zu hart dafür abzustrafen. Die goldene Flüssigkeit wirkt, eingeschenkt in ein Glas, nicht ölig aber auch nicht zu wässrig. Geschmacklich ist der Tullamore Dew ein extrem milder Vertreter. In diesem Blend kommen viele junge Whiskys zu Einsatz und so schmeckt er auch. Besonders für den Sommer ein leichter Whisky ohne schweren, langen Abgang. Die 40% sind jedoch eindeutig etwas zu wenig Volumen.
Im Gegenzug zu anderen Whiskys in dieser Preisklasse (ich werfe ein Blick auf den Jameson), ganz besonders Bourbons, immer noch einer meiner Favoriten. Mehr ist über den Tullamore Dew tatsächlich nicht zu sagen.


Wertung: 43 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse