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Samstag, 10. November 2018

Kommentar: Bulleit - Voller Geschmack bei wenig Tradition




Die Amerikaner sind stolz auf ihren Great American Whiskey. Angefangen weit zurück in der Historie ihrer Kultur beim Vorreiter des Bourbon Whiskey, dem Rye Whiskey, bis hin in die Moderne, wo neue Bourbon-Kreationen immer ausgefallener und raffinierter werden. Da könnte man beinahe schon vergessen, dass es von den Nachbarn auch noch den oft übersehenen Canadian Whisky gibt.

Wenn man sich eine Flasche Bourbon (oder Rye) kauft, so bezahlt man für die Tradition gleich mit. Der Name drückt dem Produkt seinen Stempel auf und sorgt für den letzten Feinschliff. Mit einer langen Historie schmeckt der amerikanische Whiskey noch einmal etwas besser. Oder nicht? Nun, ich mache kein Geheimnis daraus, Tradition bei Whisk(e)ys ist nicht unwichtig. Die Destillen der verschiedenen Hersteller locken jährlich eine menge Besucher an und kurbeln mitunter die Wirtschaft der jeweiligen Orte an. Besonders der Bundesstaat Kentucky, wo eine große Brennerei der nächsten folgt. Seit 1999 existiert der "Kentucky Bourbon Trail", der Touristen auf eine 100 Kilometer lange Wanderschaft schickt, bei der man 9 der bekanntesten Bourbon-Brands besuchen kann. Traditionsreiche Hersteller wie Jim Beam, Maker's Mark, Wild Turkey oder Four Roses dürfen da natürlich nicht fehlen. Doch überraschend findet man dort auch eine Mikro-Brennerei von Bulleit. Warum dies so überraschend ist, dazu gleich mehr.

Blicken wir auf die Fußballbundesliga zurück. Tradition spielt auch in diesem Geschäft eine große Rolle. Von Investoren übernommene Vereine oder neu gegründete Vereine haben einen schweren Stand. Da müsste man meinen, die Amerikaner mit ihrer langen Whiskey-Tradition, würden eine ähnliche Philosophie pflegen. Aber dem ist nicht so. Die großen Brennereien wie Jim Beam oder Four Roses befinden sich beide beispielsweise in japanischen Händen. Hinter nahezu allen großen Brennereien steckt ein großer Konzern, der die Marke aufgekauft hat. Doch verhält es sich hier anders als in anderen Branchen. Die neuen Eigentümer beeinflussen das Geschäft der traditionellen Brennereien in nur sehr seltenen Fällen. Besonders die Japaner respektieren die Tradition dieser Brennereien sehr. Bei Beam-Suntory hält man sehr große Stücke darauf. Bei Four Roses brachte der Eigentümer Kirin die ursprüngliche Tradition und Philosophie der Brennerei sogar zurück.

Doch dann gibt es da auch noch einen mittlerweile sehr bekannten Bourbon, der bis vor knapp zwei Jahren nicht einmal eine eigene Brennerei besaß. Die Rede ist hier vom Bulleit Whiskey. Definitiv ein gewichtiger, gut klingender Name. Wie spricht man den aus? Nun, das "I" in Bulleit ist stumm und so ist die korrekte Aussprache "Bullet", wie das amerikanische Wort für Kugel/Geschoss. 
Wollte man vor einigen Jahren noch die auf der Flasche angegebene Brennerei in Lawrenceburg Kentucky besuchen, wurde man entweder schräg angeschaut oder direkt an die Kirin Brewing Company weitergeleitet, dort wird der Whiskey nämlich größtenteils abgefüllt (auch bekannt als Four Roses Brennerei). Eine eigene Brennerei, die in den kommenden Jahren die größten Geschicke übernehmen soll, wurde 2017 eröffnet. Mit einem Budget von $115 Millionen hat man sich den Spaß auch einiges kosten lassen. Doch mann kann es sich erlauben, denn Bulleit expandiert mindestens genau so schnell, wie man die kurze Geschichte der Marke nachschlagen kann.

Aber wer genau steckt hinter Bulleit Whiskey? Nun, die Marke ist unverkennbar verknüpft mit einem Mann, der Ende der 80er seinen Beruf als Anwalt aufgab und anschließend seinen eigenen Whiskey produzieren wollte. Tom Bulleit, der Namensgeber. Tom Bulleit ist nach meinen spärlichen Informationen, die ich ergattern konnte, weder ein Master Distiller, noch ist er ein Master Blender. Tom Bulleit ist allen voran ein Geschäftsmann. Die Geschichte, so Bulleit, geht wie folgt: Sein jetziges Rezept für den Bourbon basiert auf einem alten Familienrezept seines Ur-Ur-Großvaters Augustus Bulleit, der die Marke 1830 etablierte. Augustus Bulleit verschwand 1860 spurlos und der Whiskey sowie sein Rezept gerieten in Vergessenheit. Die Authentizität von Tom Bulleits Geschichte konnte bis heute weder bestätigt, noch widerlegt werden. Beeindruckend ist aber allemal, wie sehr die Firma an dieser abenteuerlichen Geschichte festhält.

Bulleit kam seinem Traum näher und schloss sich mit dem kanadischen Konzern Seagram zusammen. Der damals noch junge und heutige Getränke-Megakonzern Diageo kaufte anschließend etliche Anteile von Seagram und ergatterte dadurch auch Bulleit Whsikey. Der Rest, könnte man nun sagen, ist Geschichte. Erst kurz vor Ende der Jahrtausendwende ist der Bourbon von Tom Bulleit im Handel erschienen. Kurze Zeit später ist eine Export-Variante mit weniger Alkoholvolumen (40% statt 45%) auch in Deutschland erschienen. Seit einigen Jahren wird die Originalabfüllung auch in Europa größtenteils angeboten, ausgenommen davon ist aktuell noch Dänemark sowie, etwas sehr weit entfernt von uns, Australien.

Obwohl Diageo hinter Bulleit steckt, so ist das Marketing weitaus weniger aggressiv als bei ihren anderen Brands wie Smirnoff Vodka oder Johnnie Walker Scotch Whisky. Stattdessen wird hier eher "Word of Mouth" betrieben. Der Whiskey entwickelte sich von einem Geheimtipp zu einem Topseller. Beim Angebot von Bulleit geht man es ebenfalls sehr langsam an. Bis vor einigen Jahren war der Bulleit Bourbon das einzige Produkt der Firma. 2011 kam ein gefeierter Rye Whiskey dazu (Bulleit 95 Rye), das sogenannte Green-Label. Erst seit 2013 bietet man mit dem Bulleit 10 Year ein Produkt mit Altersangabe an. Eine etwas seltenere Abfüllung ist der Bulleit Barrel Strenght, der direkt vom Fass abgefüllt wird.

Doch wie hat es der Whiskey geschafft, sich einen Name zu machen? Lag es an der steten Präsenz von Tom Bulleit oder den einzigartigen Flaschen? Vermutlich kann man hier viele Gründe nennen, aber der wohl größte Trumpf von Bulleit ist wohl der sympathische Preis. In der Preisklasse 20-23 Euro macht Diageo hier eine Kampfansage (der Rye ist minimal teurer als der Bourbon, 25 Euro). Selbst der Bulleit 10 Year ist mit seinen rund 35 Euro sehr schonend für den Geldbeutel. Für das, was Bulleit bietet, so bekommt man in der Preisklasse nur wenig bessere Bourbon oder Rye Whiskeys (dafür natürlich viele gleichwertige Vertreter in einer ähnlichen Preisklasse).

Und auch mich hat Bulleit überzeugt. So erlangte der Bulleit Frontier Bourbon Whiskey in meinem Test 61 von 75 Punkte. Der Bourbon ist eine äußerst süffige Angelegenheit. Eine genaue Altersangabe gibt es nicht, der Hersteller gibt jedoch eine Reifung zwischen 4-6 für den Exportmarkt und 5-6 Jahre für den heimischen Markt an. Bei sämtlichen Abfüllungen handelt es sich um Small Batch Abfüllungen. Da die Nachfrage von Jahr zu Jahr steigt, wird man die Produktion stetig erhöhen.
Besonders durch seinen ungewöhnlich hohen Anteil an Roggen hat der Bourbon weltweit viele Fans gewonnen, die genau diesen würzigen, kräftigen Aspekt des Whiskey enorm schätzen. Und auch ich zähle mich eindeutig zu den Fans.

Tom Bulleit ist noch nicht am Ende seines Traumes angekommen. Mit der Eröffnung einer eigenen, großen Brennerei ist er seinem Ziel aber einen Schritt näher gekommen. Geschmack hat in diesem Falle die Tradition geschlagen. Bulleit wird, je mehr Jahre vergehen, seine ganz eigene Geschichte schreiben. Besonders für viele alteingesessene Hersteller begann die Zeitrechnung nach der Prohibition wieder von neuem. Die Bewohner von Kentucky haben die neue Brennerei in Shelbyville warm empfangen. Ein ungewohntes Bild, wenn ein Neuankömmling in einer traditionsreichen Gemeinde so wohlwollend empfangen wird.

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Im Test: Jim Beam Single Barrel





Jim Beam Single Barrel
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe (Hinweis im Test beachten)
Alkoholvolumen: 47,5 %
Eigentümer: Beam-Suntory
Gattung: Kentucky Straight Bourbon
Preis: Circa 30-35 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Vanille, Kräftige Eiche, Exotische Gewürze, Frische Zitrusfrüchte, langer Abgang



Single Barrel Abfüllungen sind besonders bei Bourbon-Whiskeys derzeit angesagt. Bis heute ist es etwas umstritten, ob der Inhalt der Flasche wirklich nur von einem einzigen Fass stammt, aber in diesem Falle muss man sich auf Angaben der Hersteller verlassen (Kennzeichnung auf dem Etikett der Flasche) sofern man nicht bei der Produktion seiner Flasche dabei war. Anders als bei einem Small Batch Whisk(e)y ist bei einer Single Barrel Abfüllung die Wahrscheinlichkeit wesentlich größer, dass der Inhalt sich pro Flasche unterscheidet. Daher ist es immer schwer, einen Single Barrel zu bewerten, denn die nächste Flasche könnte schon wieder ein anderes Geschmackserlebnis bieten.

Der Jim Beam Single Barrel ist seit diesem Sommer auch in Deutschland erhältlich. Die von mir abgebildete Flasche aus meiner eigenen Sammlung ist ein Import. Das Design der Flasche, die man hier in Deutschland erwerben kann, unterscheidet sich komplett von der hier abgebildeten. Wer also nach dieser Flasche sucht, wird wohl auf den Signature Craft von Jim Beam stoßen, jedoch nicht auf den Single Barrel. Um unnötige Verwirrung zu vermeiden, findet ihr am Ende des Tests auch nochmal ein Foto zur aktuellen Variante.

Anders als der (von mir getestete) Signature Craft, der 12 Jahre reift, trägt der Single Barrel keine Altersangabe. Der Hersteller gibt eine Reifungszeit von 4-7 Jahren an, was eine Aussage für viel Spielraum lässt. So gesehen unterscheidet der Single Barrel sich nicht großartig von der Reifungszeit des ganz normalen Jim Beam White Label. Natürlich mit einem Twist, wie könne man sonst auch den Preisunterschied von mehr als die Hälfte erklären. Die Lagerung der Fässer für den Single Barrel befinden sich natürlich an wesentlich besseren Plätzen im Warehouse und werden unter wesentlich strengeren Kriterien ausgewählt. Jack Daniel's hat bereits mit seinem Single Barrel bewiesen, wie ausgezeichnet so eine Abfüllung sein kann. Und Jim Beam schließt sich da eigentlich auch nahtlos an. Der Single Barrel von Jim Beam ist ein ausgezeichneter Bourbon, dem vielleicht nur ein paar Nuancen fehlen, um zum einem herausragenden Bourbon zu reifen.

Vorweg sei gesagt, dem Genießer erwartet hier ein eher mildes Geschmackserlebnis. Obwohl die 47,5% (95 Proof laut Hersteller) mächtig anmuten, so bietet der Single Barrel ein relativ harmonisches Erlebnis, ohne aber zu schwächeln. Klebstoffnoten oder ein enorm intensives Bourbon-Aroma findet man hier nicht, es wirkt alles ausbalanciert. Nicht nur vom Geruch, aber auch geschmacklich wurden hier einige Erinnerungen an den Woodford Reserve, ebenfalls ein exzellent milder Bourbon, wach. Die größte Überraschung und vermutlich auch somit die größte Enttäuschung bei meiner Flasche ist der Antrunk. Besonders auf der Zunge ist der Single Barrel praktisch nicht anwesend. Ich habe das typische kribbeln und die typische Bourbon-Note auf der Zunge und am Gaumen vermisst. Doch dann macht er sich auf einmal doch bemerkbar, je länger man den Single Barrel im Mund behält. Den mäßigen Antrunk kontert er durch einen ausgewogenen Körper der dann eine kräftige Eiche mit sich bringt, die sich mit der für Bourbon typischen Vanille vermischt. Im Abgang folgen jedoch Aromen, die schwer zuzuordnen sind. Allen voran frische Zitrusfrüchte machen sich bemerkbar. Anschließend kommen exotische Gewürze hinzu, wie ich sie vorher bei einem Bourbon noch nie erlebt habe. Es ist sehr schwer, spezielle Gewürze herauszufiltern. Der Abgang hält überraschend lang an was man dann wohl auch endgültig der Single Barrel Abfüllung zu verdanken hat. Hier wurde nicht durch mehrere Fässer durchgemischt, der Konsument erhält die voller Power des einzelnen Fasses.

Der single Barrel von Jim Beam ist ein sehr interessantes Geschmackserlebnis und insgesamt gefällt er mir ein wenig besser, als der länger gereifte Signature Craft. Ob meine Wertung hier im Test final ist, kann ich nicht einmal sagen. Fest steht aber, es könnte von der Wertung her nur noch nach oben gehen. Sollte es solch eine Änderung geben, werde ich dies zusätzlich hier vermerken. Für ein noch genaueres Urteil müsste ich natürlich mal den Inhalt einer weiteren Flasche probieren. Doch auch die aktuelle Flasche kann sich noch einmal beweisen, denn, eine menge Whisk(e)ys beweisen noch einmal ihr Können, wenn sie schon etwas länger geöffnet sind.

Sollte ich demnächst noch einmal eine andere Flasche erwerben, wird es in diesem Test noch einen Nachtrag geben.




Wertung: 61 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse





In Deutschland erhältliche Flasche:

Montag, 22. Oktober 2018

Jameson Black Barrel Irish Whiskey



Jameson Black Barrel
Herkunft: Irland
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Pernod-Ricard
Gattung: Blended Irish Whiskey
Preis: Circa 30 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Vanille, Honig, Eiche, Sherrynoten, Früchte



Der Jameson Black Barrel hat ein kleines Re-Branding hinter sich. Einst mit grüner Flasche als Select Reserve Black Barrel beworben, verkauft man ihn nun in einer durchsichtigen Flasche und trennte sich vom Select Reserve als Schriftzug, obwohl er von Jameson oftmals noch so betitelt wird.
Ich selbst bin kein großer Fan des Original Jameson, der wohl bekannteste Irish-Whiskey weltweit, den sogar die Amerikaner sehr gerne trinken. Ein wenig zu eigenwillig ist mir der Geschmack und ehrlich gesagt ist er mich auch ein wenig zu wässrig.

Von einem in massen abgefüllten Flaggschiff wie dem Jameson sollte man dann am Ende aber auch keine Wunder erwarten. Der Black Barrel kostet einfach mal die Hälfte des Preises vom Original mehr und wird von der Brennerei selbst als Premium-Produkt beworben. Bei diesem Blend werden mehrere exklusive Whiskeys verwendet. Darunter ein Small Batch Grain Whiskey, der, laut Verpackung, nur für den Black Barrel benutzt wird. Das besondere bei der Herstellung sind jedoch die Fässer, die für diesen Blend ohne Altersangabe ausgewählt werden. Der Inhalt wird sowohl in amerikanischer Eiche, in Sherryfässern als auch in ausgebrannten Bourbonfässern gelagert. Eine interessante Mischung, oder?

Um ehrlich zu sein, ich fand den Black Barrel überraschend öde. Geschmacklich unterscheidet er sich nicht einmal so sehr von dem von mir getesteten Glenmorangie Original. Natürlich kommt der Black Barrel mit einem irischen Touch daher. Was mir beim schottischen Glenmorangie jedoch gut gefällt, kommt beim irischen Black Barrel von Jameson nicht wirklich zur Geltung. Er ist angenehm mild und auch aromatisch, aber irgendwas fehlt einfach. Vielleicht sind es dann doch auch die großspurigen Werbeaussagen, die etwas mehr versprechen, als er bietet. Selbstverständlich ist der Black Barrel ein großes Update zum Original Jameson und per se auch ein anständiger irischer Whiskey, aber es fehlt dann doch das gewisse "Etwas", um aus der Masse hervorzustechen. Es ist dann doch vermutlich die Mischung aus Irish Pot Still Whiskeys und Grain Whiskeys, die mir nicht so recht zusagen will.

Ansonsten ist es relativ schwer, den Black Barrel zu bewerten. Das Finish, was noch einmal die verschiedenen Fässer zur Geltung kommen lässt und die frischen Früchten betonte, sagte mir zu. Jedoch habe ich dann doch genug andere Vertreter getrunken, die sich in den entscheidenden Punkten mehr durchsetzen konnten oder irgendwas geboten haben, was man bei anderen Whiskys/Whiskeys nicht findet. So kommt der Black Barrel bei mir vielleicht etwas schwächer weg, als er eigentlich ist. Aber komplett überzeugt hat er mich halt auch nicht, weswegen es nicht zu einer stärkeren Punktzahl am Ende reicht. Wer ihn probieren möchte, sollte vielleicht erst einmal Angebote abwarten.



Wertung: 48 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Im Test: Jim Beam Signature Craft





Jim Beam Signature Craft 12yr Rare Bourbon Whiskey
Herkunft: USA
Alter: 12 Jahre
Alkoholvolumen: 43%
Eigentümer: Beam-Suntory
Gattung: Bourbon Whiskey
Preis: Circa 25-30 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Weich, Karamell, Vanille, Eiche, Zitrusfrüchte



Jim Beam ist für viele ausgezeichnete Bourbon bekannt, aber nur sehr selten steht auch der Name auf dem Etikett. Bei Jim Beams Small Batch Reihe wird wohl nur der Kenner wissen, wer hinter dieser Reihe steckt. Oder aber man studiert das Etikett auf der Rückseite ein wenig.

Der Jim Beam Signature Craft hingegen ist ein Premium-Bourbon, der den Namen Jim Beam trägt und von Master Distiller Fred Noe aus dem Hause Beam abgesegnet wurde. Mit einer Altersangabe von 12 Jahren hat der Whiskey einige Jahre auf dem Buckel. Freunde europäischer Vertreter werden hier wohl schmunzelnd fragen, ob ein Bourbon es wirklich nötig hat, 12 Jahre zu reifen. Nun, die Frage kann einfach beantwortet werden: Aber natürlich! Es stimmt zwar, dass ein guter Bourbon auch nach einer Lagerzeit von 4-6 Jahren schon umwerfend sein kann, aber wie immer gehört zu einem guten Tropfen mehr als das Alter. Die Lagerung selbst ist hier ein wichtiger Faktor. An welchem Platz im Lagerhaus sich die Fässer befinden ist noch wesentlich bedeutender, als den Bourbon mit einer Zahl auszustatten.

Der Signature Craft führt leider ein trauriges Dasein im Schatten der großen Vertreter wie Knob Creek, Baker's oder Basil Hayden's. Sozusagen sticht sich hier Beam fast selbst aus. Doch im Gegensatz zum Knob Creek oder aber auch dem Basil Hayden's besitzt der Signature Craft zumindest noch die Altersangabe. Die scheint wohl auch das Verkaufsargument zu sein, da Beam diese beim Signature Craft immer wieder hervorhebt. Die Abfüllung selbst ist nicht limitiert und somit ist der Signature Craft weder Small Batch (wenn auch nicht in solchen Massen abgefüllt wie das White Label oder der ausgezeichnete Jim Beam Black) noch Single Barrel.

In der Preisklasse von 25-30 Euro bewegt sich der Signature Craft auf dem Niveau eines Gentleman Jack. Allerdings ist der Signature Craft weit über dessen Qualität anzusiedeln. Besonders wenn man den Signature Craft mal günstiger bekommt, erhält man hier einen exzellenten Bourbon der nur wenig Wünsche offen lässt. Weder zu markant, noch zu verwässert oder zu lasch (wie der Gentleman Jack). Das typische Jim Beam Aroma von Eiche, Karamell und Vanille findet man auch im Signature Craft. Allerdings ist all das wesentlich besser abgestimmt. Er ist weicher als seine in Massen produzierten Brüder und zeigt sich im Abgang überraschend komplex, so, dass auch noch frische Zitrusfrüchte zum Vorschein kommen.

Wer das Wagnis mal eingehen will, der wird beim Signature Craft sicherlich nicht enttäuscht werden. Wie immer gibt es auch in dieser Preisklasse bessere Vertreter (sogar welche, die das Jim Beam Label tragen), aber dennoch pflegt dieser Bourbon seine Daseinsberechtigung mit einer schönen Qualität. Mir hat er gut geschmeckt.



Wertung: 55 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse

Donnerstag, 13. September 2018

Im Test: Jack Daniel's Old No 7




Jack Daniel's Old No 7 Tennessee Whiskey
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Brown-Forman
Gattung: Tennessee Whiskey
Preis: Circa 20 Euro für 0,7 Liter
Geschmack: Holzig, Eiche, Vanille, Kratzig, Stark



Fast jeder kennt ihn. Selbst, wer ihn noch nie probiert hat, kennt ihn. Sei es der minderjährige Junge der Nachbarn, der seine ersten, grässlichen Erfahrungen mit Alkohol macht oder die freche Göre eine Straße weiter, die ein Jack Daniel's Logo-Shirt trägt und nicht einmal weiß, was die überhaupt herstellen. Der Jack Daniel's Old No 7 darf in keinem Club fehlen, wo man auch Whiskey Cola bestellen kann und selbstverständlich auch in keinem Supermarkt. Einer der bekanntesten Whiskeys der Welt darf natürlich auch nicht auf meinem Blog fehlen.

Ich blicke fast 15 Jahre zurück, wo ich mir zu meinem 18. Geburtstag eine Flasche Jack Daniel's von meinem Vater gewünscht habe. Natürlich nicht für mich alleine, sondern auch für ein paar Freunde, die mit mir anstoßen wollten. Voller Vorfreude wollte ich die Volljährigkeit kosten, die hier in Flaschen abgefüllt wird und so häufig in der Werbung zu sehen ist. Es war der erste Schluck, der mich glatt wieder in mein zwölfjähriges Ich zurückbeförderte. Den Whiskey pur zu genießen war eine furchtbare Idee, ihn später mit Cola und Eis zu strecken die weitaus bessere. Doch warum die kleine Anekdote? Nun, man könnte hier von jugendlichem Leichtsinn sprechen. Ich dachte mir, so kratzig schmeckt also die Volljährigkeit. Aber aus heutiger Sicht gesehen..... so ist es nicht die Volljährigkeit, die so schmeckt, sondern es ist einfach der Old No. 7. Egal ob man den Whiskey mit 18, 42 oder 80 trinkt, weder wird er milder, noch bekömmlicher und erst recht kein Feuerwerk der Aromen.
Etwas, was man bei einer Massenabfüllung wie den Old No. 7 auch nicht erwarten darf. Es gibt, fairerweise muss das gesagt werden, deutlich schlechtere Flaggschiffe, die nahezu ungenießbar pur sind während der Old No. 7 durchaus auch pur bzw. auf Eis getrunken werden kann. Der Jim Beam White Label ist so ein Whiskey, den man eher nicht pur trinken sollte (doch sogar hier gibts noch schlechtere Alternativen).

Jack Daniel's hat sich nie als Bourbon bezeichnet, auch wenn die Herstellung und Regularien sich sehr ähneln. Als Tennessee Whiskey (in den USA ein Dry County, wo der Konsum von Alkohol verboten ist) beworben, hebt man besonders das Charcoal-Verfahren hervor, wodurch der Whiskey seinen starken Charakter erhält. Und so viel ist sicher, die mild angehauchten 40% Alkoholvolumen (80,0 Proof) fühlen sich wesentlich stärker an. Über die Jahre ist der Old No. 7 etwas milder geworden wenn ich persönliche Erfahrungen mit einfließen lasse, aber dennoch sollte man sich hier von den 40% nicht blenden lassen. In der Nase aber auch geschmacklich kommt ein klassischer Bourbon ohne nennenswerte Charakteristika durch. Eiche und Vanille dominieren alles, eine Klebstoffnote haftet dem Old No. 7 nicht an. Für den klassischen Whiskey Cola oder aber auch diverse andere Longdrinks besitzt der Whiskey jedoch genug Pepp, um den Zweck dieser Drinks zu erfüllen.

Die Frage ist eher, wieso greift man zum Old No. 7, wenn man bereits für genau so viel Geld oder gar ein paar Cents weniger einen besseren American Whiskey bekommt? Nun, ich denke, darauf wird kaum jemand eine Antwort haben. Genau wie der Playboy Hase hat sich das Logo von Jack Daniel's über Jahrzehnte durch geschickte Vermarkung in die Köpfe der Leute eingebrannt. Der ungefähre Preis, wenn nicht im Angebot, liegt bei rund 20 Euro für eine 0,7 Liter Flasche. Für ein paar Euros mehr erhält man bereits den Gentleman Jack (wenns unbedingt Jack Daniel's sein muss), der dem Old No. 7 in allen Punkten und Facetten überlegen ist. Der Preis funktioniert hier absolut überhaupt nicht und rechtfertigt sicherlich auch nicht den Inhalt in der ikonischen Flasche.

Am Ende entscheidet jeder selbst, wofür er sein Geld ausgeben möchte. In einer ähnlichen Preisklasse spielen Premium-Bourbons wie Bulleit oder Wild Turkey. Es gibt zahlreiche namhafte und schmackhafte Alternativen die weit unter 25 Euro pro Flasche liegen (bei Bourbons wird man durchaus schneller fündig als bei europäischen Vertretern) . Es gibt, wie anfangs schon erwähnt, wesentlich schlechtere American-Whiskey als den Jack Daniel's. Aber es gibt auch keine Gründe, ihn wirklich zu kaufen. Selbst die heutigen Teens lassen sich für Instagram-Selfies lieber mit einer Flasche Skyy Vodka oder Moët Champagner ablichten.



Wertung: 37 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse

Freitag, 10. August 2018

Im Test: Knob Creek




Knob Creek
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe (ehemals 9 Jahre)
Alkoholvolumen: 50%
Eigentümer: Beam-Suntory
Gattung: Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Preis: Circa 30 Euro
Geschmack: Kräftiger Bourbon, warmer Abgang, rustikale Noten, Gewürze, Früchte



Eingeführt von Jim Beam Master Distiller Booker Noe im Jahr 1992, fristete der Knob Creek über viele Jahre ein Dasein in einer Nische. Als einer der ersten Small Batch Bourbons überhaupt (Whiskys, die in geringeren Mengen produziert und abgefüllt werden), war er fast ausschließlich unter Kennern ein Begriff. Über 20 Jahre später ist der Knob Creek nicht nur seiner Nische entkommen, er wurde sogar so populär, dass Beam allmählich die Bestände ausgingen. Schweren Herzens trennte man sich 2016 (in den USA) von der Altersangabe auf der Flasche (einstmals 9 Jahre Reifung) und ersetzte diese durch den Schriftzug "Patiently Aged". Diese Änderung spaltete die Fronten. Viele Fans des Bourbon plädieren sogar darauf, dass der Geschmack sich sehr verändert hätte. Das Sortiment des Knob Creek hat sich jedoch auch über die Jahre erweitert, neben einem ebenso relativ beliebten Rye Whiskey gibt gibt es noch weitere Sonderabfüllungen, die sogar wieder ein Alter tragen. Der original Knob Creek kann eine Altersangabe nun nicht mehr gewährleisten, laut Sprechern von Beam (zu denen auch Master Distiller Fred Noe zählt) soll der Geschmack darunter aber nicht gelitten haben. Die verwendeten Abfüllungen sollen sehr nah an der ursprünglichen 9 jährigen Reifung herankommen.

Ich selbst trinke den Knob Creek nun seit 2015. Zu dieser Zeit hatte sich die Altersangabe in Europa bereits verabschiedet. Wie bei vielen Produkten von Beam, die nach Europa exportiert werden, gab es für europäische Fans oftmals bereits kleinere Einschnitte (ein prominentes Beispiel ist hier der ausgezeichnete Jim Beam Black). Ich kann daher nicht beurteilen, wie der Knob Creek noch mit Altersangabe schmeckte. Was mir Beam-Suntory jetzt allerdings hier vorsetzt ist aber auch etwas, was ich nie von der Bettkante stoßen würde (in dem Fall natürlich vom Tisch). In letzter Zeit mauserte er sich sogar zu einem meiner liebsten Bourbons, der immer einen Platz in meiner Bar hat. Der Knob Creek ist ein Geschmackserlebnis an verschiedensten Aromen. Er ist kräftig, besitzt alle Vorzüge eines Bourbons und ist auf seine art mild wie ein europäischer Vertreter. Bei rund 50% Alkoholvolumen ein gekonnter Spagat, den man erst einmal so hinbekommen muss.

Der Knob Creek sollte grundsätzlich unverdünnt getrunken werden. Aufgrund seines intensiven Geschmacks ist es durchaus ein Bourbon, der polarisiert. Doch dieser Aspekt macht ihn eher noch interessanter. Über viele Jahre haftete Bourbon Whiskeys der Ruf der "Maissuppe" an. Was man jedoch aus einem Bourbon machen kann, wird hier beinahe kunstvoll zur Schau gestellt. Der hohe Alkoholgehalt hinterlässt ein angenehmes prickeln auf Zunge und Zahnfleisch. Im Mund breitet sich ein weicher, ausbalancierter Körper aus, der in einen kräftigen Abgang übergeht und den unterkühlten Magen in der kalten Jahreszeit sicherlich einmal komplett aufheizt. Was bleibt ist ein langer Abgang mit einer süße von exotischen Früchten. Jedoch ist das Aroma glücklicherweise nicht so intensiv, dass der Geschmack den Gaumen betäubt und man somit am Abend nichts anderes mehr schmeckt.

Der Wegfall der Altersangabe ist durchaus ein Verlust, da so ein schöner Bourbon nämlich ein Alter verdient hat. Die Fans des Knob Creek werden es wohl irgendwie verschmerzen. Seinen guten Ruf trägt er sicherlich nicht zu unrecht, auch, wenn sich an diesem Small Batch Bourbon wohl weiterhin die Geschmäcker scheiden werden. Mein Gaumen wurde hier allerdings mit Amors Pfeil getroffen. Es war Liebe auf den Ersten Blick, die bis heute nichts von ihrem Feuer einbüßen musste.



Wertung: 68 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse





Im Test: Basil Hayden's




Basil Hayden's
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe (ehemals 8 Jahre)
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Beam-Suntory
Gattung: Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Preis: Circa 35-40 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Milder Bourbon, orientalische Gewürze, Honig, angenehme Süße



Der Basil Hayden's ist einer von vier Small Batch Premium-Bourbons, die sich bei Beam großer Beliebtheit erfreuen. Jeder Bourbon dieser Reihe trägt einen Namen, der geschichtlich mit dem Unternehmen zusammenhängt. Neben dem Basil Hayden's ist zudem noch der Knob Creek, der Baker's und Booker's Bourbon (ehemals Booker's True Barrel) erhältlich. Der Name "Jim Beam" ist auf keiner Flasche dieser Reihe vertreten. 
Geschmacklich aber auch preislich unterscheidet sich jeder Bourbon massiv voneinander. Der hier besprochene Basil Hayden's ist der zweit teuerste Vertreter der Small Batch Reihe. Aufgrund der stets schwankenden Preise ist es schwer, beim Basil Hayden's eine präzise Angabe zu machen. Momentan ist er wieder etwas teurer und zwischen 37-40 Euro zu haben, je nachdem, wo man bestellt.

Nicht nur im Preis und Geschmack unterscheiden sich diese Bourbons, auch der Alkoholgehalt ist ein großer Faktor. Sowohl der Knob Creek als auch der Baker's sind kräfte Bourbon Whiskeys mit über 50% Alkoholvolumen. Booker's Bourbon knackt sogar die 60% Marke. Der Basil Hayden's tanzt hier komplett aus der Reihe und schlägt mit sehr milden 40% zu Buche. Damit ist der gute Basil nicht nur der mildeste Vertreter der Small Batch Reihe von Beam, er gehört auch ganz klar zu den mildesten Bourbons überhaupt. Allerdings kann der Basil Hayden's dies wesentlich besser ausgleichen als der zuletzt von mir getestete Jack Daniel's Gentleman Jack. Und dennoch hatte ich so meine Probleme, mich  anfangs mit dem Basil Hayden's anzufreunden. Auch wenn der Bourbon seinen geringen Alkoholgehalt durch den schönen Einsatz verschiedener Aromen ausgleichen kann, so ist und bleibt er mir einfach zu mild. Ein Bourbon hat für mich seit Jeher das Markenzeichen, kräftig zu sein. Sozusagen der Bodybuilder unter den Whiskys. Ein guter Bourbon weiß auch trotz eines hohen Anteils an Alkohol durch seine Balance zu überzeugen.

Wie schon mehrmals in anderen Artikeln erwähnt, so fehlt bei diesem Bourbon neuerdings die Altersangabe. "Neuerdings" heißt hier allerdings schon seit 2014. Da der Bourbon aber schon seit Beginn der 90er produziert wird, ist es eine verhältnismäßig kurze Zeit, seitdem der Basil Hayden's kein Alter mehr trägt. Das Alter von 8 Jahren wurde hier durch den Schriftzug "Artfully Aged" ersetzt, der nicht zu unrecht bei dem ein oder anderen Fan ein Stirnrunzeln verursacht hat. Laut Master Distiller Fred Noe ist es derzeit unwahrscheinlich, dass das Unternehmen noch einmal zu diesem Produkt eine Altersangabe angeben wird.

Der Basil Hayden's macht prinzipiell nichts falsch. Es ist ein weicher, eleganter Bourbon der durch eine Vielzahl von Aromen, allen voran orientalischen Gewürzen, Nase und Gaumen für sich einnehmen kann. Hier könnten sogar die Leute umso zufriedener sein, die mit den stärkeren Bourbons nicht so richtig warm werden. Preislich gesehen sollte man beim Basil Hayden's vielleicht mal auf ein Angebot warten, denn besonders aktuell ist der Preis ein wenig auf der pikanten Seite angesiedelt. Ein ausgewogenes Geschmackserlebnis erhält man hier für sein Geld aber allemal.


Wertung: 53 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse




Sonntag, 5. August 2018

Im Test: Tullamore Dew - Irish Whiskey




Tullamore Dew - Irish Whiskey
Herkunft: Irland
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: William Grant and Sons
Gattung: Grain Whisky (Blend)
Preis: Circa 15,99 für 0,7 Liter
Geschmack: Junger Whisky, milde und simple Aromen, leicht zu trinken, Eiche


Mein erster Test in der Whisky Lounge soll ein Whisky werden, der meine Leidenschaft für das Getränkt vor etlichen Jahren entfachte.  Der Tullamore Dew ist eine beliebte Massenabfüllung und wurde millionenfach verkauft. Werbung ist im Fernsehen zu sehen und diese Abfüllung hier gehört zu den Flaggschiffen, die der Eigentümer William Grant and Sons besitzt. Der Tullamore Dew ist meistens der Hauswhisky, den viele Pubs auch hier in Deutschland anbieten. Selbst in einem Pub wird man diesen Whisky zu einem erschwinglichen Preis konsumieren können.

Und genau darin liegen seine Stärken. Der Tullamore Dew ist eine ehrliche, simple Abfüllung. Ein milder irischer Vertreter, von dem man aufgrund seines günstigen Preises auch mal am Abend ein Gläschen mehr trinken kann. Der Tullamore Dew wird, wie anfangs bereits erwähnt, in Massen abgefüllt. Man darf hier keinen komplexen Whisky erwarten, der ein Feuerwerk der Aromen entfachen wird. Hat man zuvor einen kräftigen Bourbon getrunken oder einen gereiften Vertreter aus einer anderen Preis- bzw. Altersklasse, dann dürfte man den Tullamore Dew sogar als relativ geschmacksneutral wahrnehmen. In diesem Sinne ist es unfair, diesen Whisky zu hart dafür abzustrafen. Die goldene Flüssigkeit wirkt, eingeschenkt in ein Glas, nicht ölig aber auch nicht zu wässrig. Geschmacklich ist der Tullamore Dew ein extrem milder Vertreter. In diesem Blend kommen viele junge Whiskys zu Einsatz und so schmeckt er auch. Besonders für den Sommer ein leichter Whisky ohne schweren, langen Abgang. Die 40% sind jedoch eindeutig etwas zu wenig Volumen.
Im Gegenzug zu anderen Whiskys in dieser Preisklasse (ich werfe ein Blick auf den Jameson), ganz besonders Bourbons, immer noch einer meiner Favoriten. Mehr ist über den Tullamore Dew tatsächlich nicht zu sagen.


Wertung: 43 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse