Posts mit dem Label Solide werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Solide werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 24. November 2018

Im Test: Jim Beam Rye Whiskey




Jim Beam Rye Whiskey: Pre-Prohibition Style
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Beam-Suntory
Gattung: Kentucky Straight Rye Whiskey
Preis: Circa 15 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Saurer Apfel, Würze, Eiche, Vanille, Kräftiger Abgang


Der Rye Whiskey gilt als Vorläufer des Bourbon und ist ein prominentes Opfer der Prohibition. Denn über Jahrzehnte war der Urvater des American Whiskey in kaum einer Bar mehr zu finden und wurde durch den Bourbon nahezu komplett verdrängt. Seit einigen Jahren jedoch erlebt der Rye Whiskey ein beeindruckendes Revival. Einen Rye Whiskey im Sortiment zu haben gehört bei den kleinen wie auch großen Brennereien mittlerweile zum Pflichtprogramm. Selbst der irische Vertreter Kilbeggan wird in kommender Zeit für den US-Amerikanischen Markt einen Rye in limitierter Auflage anbieten. Das sogenannte Green Label ist beliebt wie lange nicht mehr. Doch was ist eigentlich ein Rye Whiskey? Nun, wie der Name schon sagt handelt es sich hier um einen Roggen-Brand. Der Geschmack ist dem Bourbon sicherlich nicht unähnlich, ist ein Rye aber wesentlich würziger und deutlich kräftiger im Geschmack. Wie viel Roggen tatsächlich in einer Abfüllung bei einem Rye enthalten ist, bleibt meistens ein Geheimnis des Herstellers (aber auch hier gibt es offizielle Vorgaben, die man erfüllen muss, um den "Kentucky Straight Rye Whiskey" Status zu erhalten). Bulleit verarbeitet in seinem Roggen-Vertreter sogar ganze 95% Roggenanteil, was eine echte Seltenheit ist.

Der Jim Beam Rye hat mittlerweile ein Re-Branding hinter sich. War er einst in bekannter Jim Beam Flasche mit gelben Label in Deutschland erhältlich, ist nun das Green Label in der neuen Flasche aktuell und trägt zusätzlich noch die Aufschrift "Pre-Prohibition Style". Die Variante, die hier in Europa vertrieben wird, unterscheidet sich grundsätzlich von der Abfüllung, die in den USA angeboten wird. Dort kommt der Whiskey nämlich mit 44% Alkoholvolumen daher, während er bei uns nur mit 40% angeboten wird. Dass es hier also erhebliche geschmackliche Unterschiede geben wird, dürfte wohl jedem bewusst sein.

Vor einigen Jahren kaufte ich, als das Yellow Label in Deutschland noch gängig war, zwei Flaschen für einen Old Fashioned Abend. Dabei hatte ich den Jim Beam Rye auch mal pur verköstigt und war positiv überrascht. Inwieweit sich der Geschmack zum jetzt angebotenem Green Label verändert hat, kann ich nach so einer langen Zeit nicht mehr sagen, aber der positive Eindruck bleibt bestehen. Der Jim Beam Rye ist ein ordentlicher, kostengünstiger Whiskey, der sich nicht nur für Cocktails hervorragend eignet, sondern auch in gemütlicher Runde pur im Tumbler genossen werden kann. Nicht zu komplex, aber auch in keinster weise nichtssagend. Geschmacklich befindet sich der Jim Beam Rye trotz des geringen Aufpreises deutlich über Beams Flaggschiff, dem White Label. Überraschend sind die angenehmen Fruchtnoten in der Nase, die an saure, grüne Äpfel erinnern. Der Alkohol ist weder beißend in der Nase noch kratzig im Hals und der Körper macht auch keinen verwässerten Eindruck. Der Jim Beam Rye überfordert niemanden was Aromen angeht, eignet sich aber als überraschend eleganter Begleiter, wenn man nach einem stressigen Tag einen einfachen Drink zu sich nehmen will. Das Finish ist recht kräftig und noch für einige Zeit auf dem Gaumen zu spüren.

Der Jim Beam Rye krallt sich bei den Punkten somit alles, was für einen Whisk(e)y in dieser Preisklasse möglich ist. Wer sich mal kostengünstig in die Welt der Roggen Whiskeys tasten will, der sollte dem Jim Beam Rye eine Chance geben. Wenn man ein paar Euros mehr drauf legt bekommt man auch schon den ausgezeichneten Bulleit Rye. Wer aber bei Jim Beam bleiben möchte, sowohl für Whiskey Cola, Cocktails wie den Old Fashioned oder dem Manhattan, oder auch einfach mal für ein unkompliziertes Erlebnis im Tumbler,  der investiert die 2-3 Euro mehr (gegenüber dem White Label) und greift zum Rye.



Wertung: 49 von 75 Punkte
------------------------------------------------------------------------

Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse 

Montag, 22. Oktober 2018

Jameson Black Barrel Irish Whiskey



Jameson Black Barrel
Herkunft: Irland
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Pernod-Ricard
Gattung: Blended Irish Whiskey
Preis: Circa 30 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Vanille, Honig, Eiche, Sherrynoten, Früchte



Der Jameson Black Barrel hat ein kleines Re-Branding hinter sich. Einst mit grüner Flasche als Select Reserve Black Barrel beworben, verkauft man ihn nun in einer durchsichtigen Flasche und trennte sich vom Select Reserve als Schriftzug, obwohl er von Jameson oftmals noch so betitelt wird.
Ich selbst bin kein großer Fan des Original Jameson, der wohl bekannteste Irish-Whiskey weltweit, den sogar die Amerikaner sehr gerne trinken. Ein wenig zu eigenwillig ist mir der Geschmack und ehrlich gesagt ist er mich auch ein wenig zu wässrig.

Von einem in massen abgefüllten Flaggschiff wie dem Jameson sollte man dann am Ende aber auch keine Wunder erwarten. Der Black Barrel kostet einfach mal die Hälfte des Preises vom Original mehr und wird von der Brennerei selbst als Premium-Produkt beworben. Bei diesem Blend werden mehrere exklusive Whiskeys verwendet. Darunter ein Small Batch Grain Whiskey, der, laut Verpackung, nur für den Black Barrel benutzt wird. Das besondere bei der Herstellung sind jedoch die Fässer, die für diesen Blend ohne Altersangabe ausgewählt werden. Der Inhalt wird sowohl in amerikanischer Eiche, in Sherryfässern als auch in ausgebrannten Bourbonfässern gelagert. Eine interessante Mischung, oder?

Um ehrlich zu sein, ich fand den Black Barrel überraschend öde. Geschmacklich unterscheidet er sich nicht einmal so sehr von dem von mir getesteten Glenmorangie Original. Natürlich kommt der Black Barrel mit einem irischen Touch daher. Was mir beim schottischen Glenmorangie jedoch gut gefällt, kommt beim irischen Black Barrel von Jameson nicht wirklich zur Geltung. Er ist angenehm mild und auch aromatisch, aber irgendwas fehlt einfach. Vielleicht sind es dann doch auch die großspurigen Werbeaussagen, die etwas mehr versprechen, als er bietet. Selbstverständlich ist der Black Barrel ein großes Update zum Original Jameson und per se auch ein anständiger irischer Whiskey, aber es fehlt dann doch das gewisse "Etwas", um aus der Masse hervorzustechen. Es ist dann doch vermutlich die Mischung aus Irish Pot Still Whiskeys und Grain Whiskeys, die mir nicht so recht zusagen will.

Ansonsten ist es relativ schwer, den Black Barrel zu bewerten. Das Finish, was noch einmal die verschiedenen Fässer zur Geltung kommen lässt und die frischen Früchten betonte, sagte mir zu. Jedoch habe ich dann doch genug andere Vertreter getrunken, die sich in den entscheidenden Punkten mehr durchsetzen konnten oder irgendwas geboten haben, was man bei anderen Whiskys/Whiskeys nicht findet. So kommt der Black Barrel bei mir vielleicht etwas schwächer weg, als er eigentlich ist. Aber komplett überzeugt hat er mich halt auch nicht, weswegen es nicht zu einer stärkeren Punktzahl am Ende reicht. Wer ihn probieren möchte, sollte vielleicht erst einmal Angebote abwarten.



Wertung: 48 von 75 Punkte
------------------------------------------------------------------------

Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse

Donnerstag, 9. August 2018

Im Test: Jack Daniel's Gentleman Jack





Jack Daniel's Gentleman Jack
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Brown-Forman
Gattung: Tennessee Whiskey
Preis: Circa 25-27 Euro für 0,7 Liter
Geschmack: Milder Geschmack, Süße, Junge Eiche, würzig, leichte Fruchtnoten im Abgang



Mit Ausnahme des intensiven Charcoal-Verfahrens unterscheidet sich Jack Daniel's nicht großartig von einem Kentucky Straight Bourbon Whiskey. Der Fakt bleibt aber, Jack Daniel's ist kein Kentucky Straight Bourbon Whiskey (auch Lagerung und Reifung ähneln sich sehr) und etablierte, wenn ich mich recht erinnere, auch den Begriff "Tennessee Whiskey". Ein Segment, wo man sich mit großer Sicherheit Marktführer nennen kann. Doch auch abseits davon ist Jack Daniel's aus dem Hause Brown-Forman eine Weltmarke. Einer der meistverkauften amerikanischen Whiskeys der Welt und wohl der ultimative Name, der einem einfällt, wenn man an Whiskey & Cola denkt.

Ist das Flaggschiff der Brennerei, der Old No. 7 maßlos überteuert und geschmacklich auch nur eine Daseinsberechtigung als Mix-Getränk führt, so ist man aber auch bei Jack Daniel's durchaus in der Lage dazu, sehr anständige Whiskeys zu produzieren. Der Jack Daniel's Single Barrel zum Beispiel überzeugt geschmacklich und sogar preislich. Doch da wirds allmählich auch schon dünn, denn so viele Premium-Produkte wie beispielsweise bei Beam gibt es bei Jack Daniel's neben einigen Sonderabfüllungen nicht. So ist es der Gentleman Jack, der einem Premium-Produkt bei Jack Daniel's relativ nah kommt.

Leider aber bewegt man sich, zumindest in meinen Ranglisten, mit diesem Whiskey eher im Mittelfeld. Das größte Problem, was der Gentleman Jack hat, sind die für einen amerikanischen Whiskey milden 40% Alkoholvolumen. Anders als der Basil Hayden's von Beam, der ebenfalls nur 40% hat, ist der Gentleman Jack nicht in der Lage dazu, diese milde art auszugleichen. Bereits die viel zu helle Farbe für einen Whiskey dieser art gab mir zu denken. Sie macht einen leicht verwässerten Eindruck. Und so ähnlich schmeckt er auch. Zu dünn, zu wenig Aromen und zu wenig Charakter. Lediglich der Abgang ist hier ein wenig langanhaltender und lässt noch ein paar exotische Aromen frei.

Prinzipiell ist der Gentleman Jack zwar kein sprittiger Fusel, hier wird er aber eindeutig an seinem Preis gemessen und der ist mit über 25 Euro viel zu hoch angesetzt. Hier bekommt man von fast jedem Hersteller wesentlich bessere Produkte geboten, wie zum Beispiel den Maker's Mark für etwas über 20 Euro. Bei so namhaften Vertretern kann der Gentleman Jack letztendlich einfach nicht mithalten, dafür fehlt ihm mehr Feuer unterm Hintern.


Wertung: 40 von 75 Punkte

------------------------------------------------------------------------

Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse



Sonntag, 5. August 2018

Im Test: Laphroaig Select




Laphroaig Select
Herkunft: Schottland
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Beam-Suntory
Gattung: Single Malt Scotch
Preis: Circa 29,99 Euro für 0,7 Liter
Geschmack: Asche, Rauch, reife Früchte, langanhaltender Abgang



Wer den Name "Laphroaig" hört und schon seit einiger Zeit Whiskys konsumiert, der muss wohl automatisch an eine Rauchbombe denken. Das Flaggschiff der schottischen Brennerei, die mittlerweile ebenfalls zum japanischen Getränke-Gigant Suntory gehört, ist der 10 jährige Laphroaig Single Malt. Ein bekannter Whisky, den man sofort mit Islay verbindet und weltweit eine menge Fans hat. Es ist aber auch ein Whisky, der die Geschmäcker spaltet wie ein scharfes Sushi Messer. Die ausgewogenen Aromen des Laphroaig verstecken sich nämlich hinter einer Wand aus Torf. Das starke Aroma von Rauch und Asche ist sogar so intensiv, dass viele Interessenten bereits beim riechen das Gesicht verziehen. Was sich dahinter aber verbirgt ist eigentlich ein sehr milder und sogar fruchtiger Whisky aus Schottland. Als der Laphroaig Select 2014 eingeführt wurde (Angaben ohne Gewähr), bewarb Master Distiller John Campbell den Whisky als zugänglicheren Einstieg in die Welt von Laphroaig. Mit dieser Abfüllung wollte man ganz klar eine andere Zielgruppe ansprechen. Preislich gesehen unterscheidet sich der Select nicht wirklich von dem Original mit Altersangabe. Und ehrlich gesagt..... auch geschmacklich nicht. Der Select ist kaum weniger intensiv und rauchig als das Original. Mit dem Wegfall der Altersangabe wollte man nicht das Original entlasten, sondern sich mehr Spielraum für Kreationen lassen. Gereift teilweise in amerikanischer und europäischer Eiche, kommt der Select mit relativ milden 40 Volumenprozenten daher. Auch hier keine Unterschiede zum Original. Auf die Kritik, der Select bestünde aus "Resteverwertung", reagierte Campbell damals amüsiert und etwas genervt. Die stolzen Schotten wollen sich diesen Vorwurf natürlich nicht gefallen lassen.

Insgesamt ist die Daseinsberechtigung des Selects eher fragwürdig. Man zahlt hier ungefähr genau so viel für eine Abfüllung ohne Altersangabe wie für das Original, was 10 Jahre gereift ist. Geschmacklich sind es kleine Nuancen, die sich hier unterscheiden. Sehr genau gesehen ist der Select ein wenig "zugänglicher" als das Original, aber wirklich große Unterschiede sind mir nicht aufgefallen. Eine Besonderheit des Selects: Der Whisky sei ungefärbt. Bei so einer Aussage muss man sich natürlich auf den Hersteller verlassen, jedoch sehe ich keinen Grund, diese Aussage anzuzweifeln. Definitiv aber ein Pluspunkt. Bei europäischen Whiskys eher eine Seltenheit.

Der Select setzt natürlich relativ schnell seine Aromen frei. Seine milden 40% kontert der Whisky mit dem starken Gebrauch von Torf. So macht sich schon relativ früh der Geruch von geräuchertem Fleisch breit. Das besondere an dem Laphroaig ist aber, die Dominanz des Torfs findet man nur beim riechen in dieser Intensivität. Schon beim Antrunk bemerkt man, dass der Whisky relativ mild ist, nicht brennt und frisch ist. Im Abgang machen sich dann noch mehrere Noten wie reife Früchte breit. Der Abgang ist durchaus langanhaltend und angenehm. Die Eiche lässt sich natürlich auch immer mal wieder blicken.

Bei dem geringen preislichen Unterschied sollte man entweder auf das Original zurückgreifen oder der Variante Quarter Cask (ebenfalls ohne Altersangabe, aber mein Favorit der drei). Der Laphroaig wird in diesem Leben vermutlich nicht mehr mein Lieblings-Whisky, aber man kann durchaus auch seine Freude an ihm haben. Der Select hingegen hat die Möglichkeit verpasst, seine Daseinsberechtigung unter Beweis zu stellen. Denn weniger intensiv oder mild (was das Aroma angeht) ist er sicherlich nicht.



Wertung: 47 von 75 Punkte
------------------------------------------------------------------------

Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse

Im Test: Tullamore Dew - Irish Whiskey




Tullamore Dew - Irish Whiskey
Herkunft: Irland
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: William Grant and Sons
Gattung: Grain Whisky (Blend)
Preis: Circa 15,99 für 0,7 Liter
Geschmack: Junger Whisky, milde und simple Aromen, leicht zu trinken, Eiche


Mein erster Test in der Whisky Lounge soll ein Whisky werden, der meine Leidenschaft für das Getränkt vor etlichen Jahren entfachte.  Der Tullamore Dew ist eine beliebte Massenabfüllung und wurde millionenfach verkauft. Werbung ist im Fernsehen zu sehen und diese Abfüllung hier gehört zu den Flaggschiffen, die der Eigentümer William Grant and Sons besitzt. Der Tullamore Dew ist meistens der Hauswhisky, den viele Pubs auch hier in Deutschland anbieten. Selbst in einem Pub wird man diesen Whisky zu einem erschwinglichen Preis konsumieren können.

Und genau darin liegen seine Stärken. Der Tullamore Dew ist eine ehrliche, simple Abfüllung. Ein milder irischer Vertreter, von dem man aufgrund seines günstigen Preises auch mal am Abend ein Gläschen mehr trinken kann. Der Tullamore Dew wird, wie anfangs bereits erwähnt, in Massen abgefüllt. Man darf hier keinen komplexen Whisky erwarten, der ein Feuerwerk der Aromen entfachen wird. Hat man zuvor einen kräftigen Bourbon getrunken oder einen gereiften Vertreter aus einer anderen Preis- bzw. Altersklasse, dann dürfte man den Tullamore Dew sogar als relativ geschmacksneutral wahrnehmen. In diesem Sinne ist es unfair, diesen Whisky zu hart dafür abzustrafen. Die goldene Flüssigkeit wirkt, eingeschenkt in ein Glas, nicht ölig aber auch nicht zu wässrig. Geschmacklich ist der Tullamore Dew ein extrem milder Vertreter. In diesem Blend kommen viele junge Whiskys zu Einsatz und so schmeckt er auch. Besonders für den Sommer ein leichter Whisky ohne schweren, langen Abgang. Die 40% sind jedoch eindeutig etwas zu wenig Volumen.
Im Gegenzug zu anderen Whiskys in dieser Preisklasse (ich werfe ein Blick auf den Jameson), ganz besonders Bourbons, immer noch einer meiner Favoriten. Mehr ist über den Tullamore Dew tatsächlich nicht zu sagen.


Wertung: 43 von 75 Punkte
------------------------------------------------------------------------

Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse