Freitag, 10. August 2018

Im Test: Basil Hayden's




Basil Hayden's
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe (ehemals 8 Jahre)
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Beam-Suntory
Gattung: Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Preis: Circa 35-40 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Milder Bourbon, orientalische Gewürze, Honig, angenehme Süße



Der Basil Hayden's ist einer von vier Small Batch Premium-Bourbons, die sich bei Beam großer Beliebtheit erfreuen. Jeder Bourbon dieser Reihe trägt einen Namen, der geschichtlich mit dem Unternehmen zusammenhängt. Neben dem Basil Hayden's ist zudem noch der Knob Creek, der Baker's und Booker's Bourbon (ehemals Booker's True Barrel) erhältlich. Der Name "Jim Beam" ist auf keiner Flasche dieser Reihe vertreten. 
Geschmacklich aber auch preislich unterscheidet sich jeder Bourbon massiv voneinander. Der hier besprochene Basil Hayden's ist der zweit teuerste Vertreter der Small Batch Reihe. Aufgrund der stets schwankenden Preise ist es schwer, beim Basil Hayden's eine präzise Angabe zu machen. Momentan ist er wieder etwas teurer und zwischen 37-40 Euro zu haben, je nachdem, wo man bestellt.

Nicht nur im Preis und Geschmack unterscheiden sich diese Bourbons, auch der Alkoholgehalt ist ein großer Faktor. Sowohl der Knob Creek als auch der Baker's sind kräfte Bourbon Whiskeys mit über 50% Alkoholvolumen. Booker's Bourbon knackt sogar die 60% Marke. Der Basil Hayden's tanzt hier komplett aus der Reihe und schlägt mit sehr milden 40% zu Buche. Damit ist der gute Basil nicht nur der mildeste Vertreter der Small Batch Reihe von Beam, er gehört auch ganz klar zu den mildesten Bourbons überhaupt. Allerdings kann der Basil Hayden's dies wesentlich besser ausgleichen als der zuletzt von mir getestete Jack Daniel's Gentleman Jack. Und dennoch hatte ich so meine Probleme, mich  anfangs mit dem Basil Hayden's anzufreunden. Auch wenn der Bourbon seinen geringen Alkoholgehalt durch den schönen Einsatz verschiedener Aromen ausgleichen kann, so ist und bleibt er mir einfach zu mild. Ein Bourbon hat für mich seit Jeher das Markenzeichen, kräftig zu sein. Sozusagen der Bodybuilder unter den Whiskys. Ein guter Bourbon weiß auch trotz eines hohen Anteils an Alkohol durch seine Balance zu überzeugen.

Wie schon mehrmals in anderen Artikeln erwähnt, so fehlt bei diesem Bourbon neuerdings die Altersangabe. "Neuerdings" heißt hier allerdings schon seit 2014. Da der Bourbon aber schon seit Beginn der 90er produziert wird, ist es eine verhältnismäßig kurze Zeit, seitdem der Basil Hayden's kein Alter mehr trägt. Das Alter von 8 Jahren wurde hier durch den Schriftzug "Artfully Aged" ersetzt, der nicht zu unrecht bei dem ein oder anderen Fan ein Stirnrunzeln verursacht hat. Laut Master Distiller Fred Noe ist es derzeit unwahrscheinlich, dass das Unternehmen noch einmal zu diesem Produkt eine Altersangabe angeben wird.

Der Basil Hayden's macht prinzipiell nichts falsch. Es ist ein weicher, eleganter Bourbon der durch eine Vielzahl von Aromen, allen voran orientalischen Gewürzen, Nase und Gaumen für sich einnehmen kann. Hier könnten sogar die Leute umso zufriedener sein, die mit den stärkeren Bourbons nicht so richtig warm werden. Preislich gesehen sollte man beim Basil Hayden's vielleicht mal auf ein Angebot warten, denn besonders aktuell ist der Preis ein wenig auf der pikanten Seite angesiedelt. Ein ausgewogenes Geschmackserlebnis erhält man hier für sein Geld aber allemal.


Wertung: 53 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse




Donnerstag, 9. August 2018

Im Test: Nikka from the Barrel Whisky




Nikka from the Barrel Whisky
Herkunft: Japan
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 51% Alkoholvolumen
Eigentümer: Nikka
Gattung: Blended Whisky
Preis: Circa 35 Euro bei 0,5 Liter
Geschmack: Kräftiger Geschmack, weicher Körper, zahlreiche fruchtige Aromen wie Zitrusfrüchte und Wildkirsche, langer Abgang mit viel Charakter, wenig Eiche


Man könnte eigentlich sagen, alles, was man aus einem Whisky ohne Altersangabe rausholen kann, befindet sich in dieser kleinen Flasche. Der From the Barrel Whisky von Nikka ist ein herausragender Vertreter der japanischen Kunst, Whisky zu brennen. Der verhältnismäßig kleine Konzern Nikka besitzt Brennereien in Miyagikyo und Yoichi. International gehört ihnen noch die Ben Nevis Brennerei in Schottland. Somit ist Nikka bis heute auch noch unabhängig und nicht von heimischen Branchenriesen wie Suntory übernommen. Vermutlich ganz im Sinne des großartigen Gründers Masataka Taketsuru (1894-1979). Taketsuru war Sohn eines traditionellen Sake-Brauers und sollte diesen eigentlich beerben. Eine Reise nach Schottland, zur Heimat des Whisky, sollte seine Weltsicht gegenüber alkoholischen Getränke jedoch für immer verändern.

Die Whiskys, die Nikka produziert, erinnern geschmacklich tatsächlich an schottische Vertreter. Heißt, hier wird auch ein wenig mit Rauch gearbeitet. Aber in keinster weise ist dies vergleichbar mit Vertretern wie Laphroaig oder Highland Park. Bei den Whiskys von Nikka entsteht immer eine harmonische Kreation, die so ziemlich jeden Fan von ausbalancierten Whiskys, wo kein Aroma zu dominant ist, überzeugen dürfte. Besonders bekannt wurde Nikka durch das relativ seltene Coffey Still Veffahren.
Daraus entstanden sind auch zwei sehr beliebter Whiskys aus ihrem Sortiment, der Nikka Coffey Malt und der Nikka Coffey Grain. Auch wenn man es bereits an der Schreibweise erkennen sollte, das Verfahren hat nichts mit dem koffeinhaltigem Heißgetränk zu tun.

Bei Nikka veröffentlicht man etwas mehr Produkte ohne Altersangabe als mit. Preislich gesehen ist Nikka aber durchaus unter dem Sortiment von Suntorys Brennereien anzusiedeln. Ausgerechnet der From the Barrel Whisky gehört aber zu den etwas teureren Vertretern, da wir es hier nämlich nur mit einer 0,5 Liter Abfüllung zu tun haben. Wenn man nicht unbedingt mehrere Flaschen auf Vorrat hat, sollte man etwas sparsam mit dem feinen Getränk umgehen.
Der From the Barrel Whisky schlägt mit satten 51% Alkoholvolumen zu buche. Da sollte man eigentlich meinen, man müsse den Whisky vor dem Verzehr vielleicht etwas mit Wasser verdünnen oder Eis kühlen, um die Aromen vom Alkohol freizusetzen. Ich kann nur empfehlen, es zu lassen und diesen leckeren Blend pur zu genießen. Denn das hat er verdient. Der starke Alkoholgehalt hält die Aromen im Gleichgewicht, überdeckt sie aber nicht. Eine Kunst, die bei einem so hohen Anteil an Alkohol alles andere als selbstverständlich ist. Und dennoch schmeckt der From the Barrel Whisky wesentlich milder und eleganter, als man es bei dieser Angabe vermutet. Der weiche Körper wickelt den Gaumen förmlich in Samt ein. Es breiten sich feine Aromen von exotischen Früchten im Mund aus. Der Abgang ist langanhaltend und warm und setzt ein herrliches Aroma frei.

Preislich gesehen könnte die Abfüllung ruhig 5 Euro günstiger sein, allerdings ist der From the Barrel Whisky Online relativ häufig in Angeboten zu finden. Ein Manko ist der Schraubverschluss, der etwas stabiler sein könnte. Normalerweise liefert Nikka sehr robuste Schraubverschlüsse, bei denen man nicht fürchten muss, dass sie sich verbiegen. Auch optisch wirkt dieser gegen die schicke Flasche, die an ein Aftershave-Flacon erinnert, relativ unattraktiv. Ein Manko, welches aber, und da bin ich mir ganz sicher, der großartige Geschmack ausbügelt. Ganz klare Empfehlung: Nicht nur Fans von japanischen Whiskys sollten den Nikka From the Barrel Whisky unbedingt mal probieren.



Wertung: 67 von 75 Punkte

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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse





Im Test: Jack Daniel's Gentleman Jack





Jack Daniel's Gentleman Jack
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Brown-Forman
Gattung: Tennessee Whiskey
Preis: Circa 25-27 Euro für 0,7 Liter
Geschmack: Milder Geschmack, Süße, Junge Eiche, würzig, leichte Fruchtnoten im Abgang



Mit Ausnahme des intensiven Charcoal-Verfahrens unterscheidet sich Jack Daniel's nicht großartig von einem Kentucky Straight Bourbon Whiskey. Der Fakt bleibt aber, Jack Daniel's ist kein Kentucky Straight Bourbon Whiskey (auch Lagerung und Reifung ähneln sich sehr) und etablierte, wenn ich mich recht erinnere, auch den Begriff "Tennessee Whiskey". Ein Segment, wo man sich mit großer Sicherheit Marktführer nennen kann. Doch auch abseits davon ist Jack Daniel's aus dem Hause Brown-Forman eine Weltmarke. Einer der meistverkauften amerikanischen Whiskeys der Welt und wohl der ultimative Name, der einem einfällt, wenn man an Whiskey & Cola denkt.

Ist das Flaggschiff der Brennerei, der Old No. 7 maßlos überteuert und geschmacklich auch nur eine Daseinsberechtigung als Mix-Getränk führt, so ist man aber auch bei Jack Daniel's durchaus in der Lage dazu, sehr anständige Whiskeys zu produzieren. Der Jack Daniel's Single Barrel zum Beispiel überzeugt geschmacklich und sogar preislich. Doch da wirds allmählich auch schon dünn, denn so viele Premium-Produkte wie beispielsweise bei Beam gibt es bei Jack Daniel's neben einigen Sonderabfüllungen nicht. So ist es der Gentleman Jack, der einem Premium-Produkt bei Jack Daniel's relativ nah kommt.

Leider aber bewegt man sich, zumindest in meinen Ranglisten, mit diesem Whiskey eher im Mittelfeld. Das größte Problem, was der Gentleman Jack hat, sind die für einen amerikanischen Whiskey milden 40% Alkoholvolumen. Anders als der Basil Hayden's von Beam, der ebenfalls nur 40% hat, ist der Gentleman Jack nicht in der Lage dazu, diese milde art auszugleichen. Bereits die viel zu helle Farbe für einen Whiskey dieser art gab mir zu denken. Sie macht einen leicht verwässerten Eindruck. Und so ähnlich schmeckt er auch. Zu dünn, zu wenig Aromen und zu wenig Charakter. Lediglich der Abgang ist hier ein wenig langanhaltender und lässt noch ein paar exotische Aromen frei.

Prinzipiell ist der Gentleman Jack zwar kein sprittiger Fusel, hier wird er aber eindeutig an seinem Preis gemessen und der ist mit über 25 Euro viel zu hoch angesetzt. Hier bekommt man von fast jedem Hersteller wesentlich bessere Produkte geboten, wie zum Beispiel den Maker's Mark für etwas über 20 Euro. Bei so namhaften Vertretern kann der Gentleman Jack letztendlich einfach nicht mithalten, dafür fehlt ihm mehr Feuer unterm Hintern.


Wertung: 40 von 75 Punkte

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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse



Mittwoch, 8. August 2018

Schwindende Altersangaben, Japans Whisky-Dürre und ein Neuankömmling von Suntory




Whisky ohne Altersangabe ist sicherlich kein Trend, sondern düstere Realität. Von immer mehr etablierten Flaschen verschwindet die Altersangabe. Doch auch immer mehr neue Produkte kommen auf den Markt, wo die Angabe über die Reifung des Whisky komplett fehlt. Man muss sich nach Angaben der Brennereien richten, die oftmals einen Richtwert abgeben, wie alt die Whiskys ungefähr sind, die man für die Produkte ohne Altersangabe benutzt.

Mit dem Wegfall von Altersangaben will man sich Spielraum schaffen für neue Kreationen und dem Verzicht, die Produktion eines gewissen Produktes komplett einstellen zu müssen. Whisky-Fans nehmen diese art mit knirschenden Zähnen hin. So ist die Altersangabe doch immer noch das Prunkstück eines Whisky, oder etwa nicht? Nun, genau wie die Anzahl an Megapixel einer Kamera, so liest sich die Angabe eines Alters immer recht schön, jedoch muss das Produkt auch noch qualitativ auf anderen Ebenen überzeugen. Die Brennereien, die etliche ihrer Produkte mit Altersangabe veröffentlicht haben und dies nun nicht mehr können, gewährleisten den Interessenten, dass sich geschmacklich an ihren Produkten nichts verändern wird (mit dem Verweis darauf, dass Small Batch Produkte sich über die Zeit geschmacklich immer verändern können, da sie nicht in Massen produziert werden).

Nachfrage übersteigt Bestand. Besonders hart hat es da Beam-Suntory getroffen, die sowohl in den USA wie auch in Japan vom Whisky-Boom unerwartet getroffen wurden. Beams Premium-Segment rund um seine Small Batch Bourbons mussten Abstriche hinnehmen. So wird weder der Knob Creek noch der Basil Hayden's mehr mit einer Altersangabe geführt. Beim Knob Creek wurde sie durch "Patiently Aged" ausgetauscht, beim Basil Hayden's durch "Artfully Aged". "Kunstvoll gealtert". Ein absurder Phantasie-Begriff, den Beam seinen treuen Kunden hier um die Ohren wirft. Von solchen Begriffen sollte man sich, wie ich finde, fernhalten um ein wenig die Seriosität zu bewahren. Diese beiden Produkten trugen einst ein Alter, die neuen Angaben sollten jedoch ein wenig realitätsnaher klingen.

Ein wenig übler hats dann doch noch die Japaner erwischt. Die Japaner sind erst in den letzten 10 Jahren durch ihre ausgezeichneten Whiskys aufgefallen. Mit Qualität und ihrem Harmonie-Prinzip, angelehnt an die schottische Tradition, machten sie sich einen Namen. An sich sind die Japaner noch relativ frisch, was das Brennen von Whiskys angeht. Blicken so manch europäische Destillen zurück auf hunderte von Jahren an Tradition. Die Nikka Brennerei in Japan wurde 1934 von Masataka Taketsuru gegründet und gehört bereits zu den älteren Vertretern in ganz Japan. Suntory eröffnete seine Destillen sogar erst wesentlich später.

Ehe man sich versah, war der Whisky dann auch weg. Selbst einige Produkte ohne Altersangabe wie den Hibiki (No Age Statement) kann Suntory nicht ohne Probleme weiterführen. Der Bestand lässt es einfach nicht zu. Andere Produkte wie der Hibiki mit Altersangabe, der Hakushu und der Yamazaki können ab Oktober gar nicht mehr angeboten werden. Betroffen sind hier sämtliche Whiskys, die mindestens 12 Jahre alt sind. Was gut schmeckt, wird viel gekauft. Die Nachfragen können die Japaner vorerst nicht stillen und der Bestand, der jetzt noch erhältlich ist, wird von Sammlern eingekauft und teilweise zu absoluten Mondpreisen weiterverkauft, sofern man die ein oder andere Flasche mehr ergattern konnte. Whisky-Auktionen in China, wo japanischer Whisky gehandelt wird, sind keine Seltenheit. Während die Chinesen die restlichen Bestände leer kaufen, müssen sich die japanischen Brennereien als Übergang etwas überlegen.



Der neue Whisky von Suntory: Toki

Der Toki (oben abgebildet) ist eine Antwort von Suntory, einen preiswerten Whisky anzubieten, der keine Altersangabe besitzt aber auch mit großer Wahrscheinlichkeit keiner Knappheit zum Opfer fallen wird. In Japan haben Whisky-Blender grundsätzlich ein höheres Ansehen als der Master-Distiller. Die Blender suchen die Zutaten für ihre Kreationen behutsam aus. Der Toki enthält Material aus allen Suntory Brennereien: Hakushu, Yamazaki und sogar Chita. Laut Suntory Sprecher Mike Miyamoto wird der Toki exklusiv nur Übersee angeboten und nicht in Japan (Quelle: Whisky.de).

Brandneu ist der Toki allerdings nur für deutsche Genießer. Das Produkt wurde in einigen Ländern schon Mitte 2016 eingeführt und erst jetzt ende Juni bei uns in Deutschland. Mit 29,99 Euro bei rund 0,7 Liter hat man hier für japanische Verhältnisse einen sehr soliden Preis. Der Nikka from the Barrel ist bei nur 0,5 Liter sogar etwas teurer. Ein spezielles Augenmerk legt man beim Toki auf die 43% Alkoholvolumen, die bei einem Blend relativ selten mittlerweile anzutreffen sind. In der Regel liegen diese häufig bei 40%. Mit dem zusätzlichem Volumen möchte man für etwas mehr Pepp sorgen, der die wahren Qualitäten des Whisky zum tragen bringen soll.

Wie der Toki schmeckt (der von Suntory auch noch als perfekter Begleiter für den japanischen Highball genannt wird), wirds demnächst hier in der Serena Whisky Lounge zu lesen geben.

Toki ist das japanische Wort für Zeit. Während der neue Whisky für Suntory die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft darstellt laut eigenen Aussagen, so ist die Zeit aber auch der wichtigste Faktor für die Brennereien. Denn nur diese wird zeigen, ob man in einigen Jahren wieder mehr Produkte mit Altersangabe verkaufen kann, die dann auch wieder für eine längere Zeit auf dem Markt verfügbar sein werden. An Bedarf wird es wohl kaum mangeln. Und es sieht ganz und gar nicht danach aus, als würde demnächst ein Wodka-Boom anstehen, der dem Whisky in die Bedeutungslosigkeit verdrängen wird.

Montag, 6. August 2018

Im Test: Bulleit Frontier Whiskey




Bulleit Frontier Whiskey
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 45%
Eigentümer: Diageo
Gattung: Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Preis: Circa 20-22 Euro
Geschmack: Kräftiger Geschmack, langer Abgang, Vanille, süße Orange, ausbalanciert, Gewürze



Dieses kleine Kunstwerk hat besonders in den letzten Jahren ordentlich an Popularität zugelegt. Den Bulleit Frontier Whiskey gibt es zusätzlich auch nochmal als Small Batch Rye Whiskey Variante, wozu es einen separaten Test demnächst geben wird. Neben diesen Abfüllungen ohne Altersangabe ist auch noch in einem ebenfalls fairen Preissegment eine Variante mit einer Reifung von 10 Jahren erhältlich.

Häufig ist der Bulleit Bourbon für unter den vom Hersteller angegebenen rund 22,99 Euro erhältlich. Ab und an bekommt man ihn sogar im Angebot für 17-18 Euro. Damit liegt er preislich ungefähr auf Augenhöhe mit dem Jack Daniel's Old No. 7. Geschmacklich liegen hier jedoch Welten dazwischen. Der Bulleit Bourbon ist ein charaktervoller, kräftiger Bourbon mit 45% Alkoholvolumen, die für den richtigen Twist sorgen. Nicht zu stark aber auch nicht zu mild im Geschmack, überzeugt dieser Kentucky Straight Bourbon vor allem durch eine Facette an verschiedenen Aromen. Die Eiche ist nie zu dominant und lässt auch noch süßliche Zitrusfrüchte und verschiedene Gewürze zum Vorschein kommen. Hier passt einfach alles wundervoll zueinander. Die typische Bourbon Klebstoffnote findet man ebenfalls nicht, was einige Bourbon-Allergiker vielleicht sogar erfreuen dürfte. Die stilvolle Flasche ist auch optisch ein Hingucker.

Empfehlen würde ich den Bulleit Bourbon unverdünnt und pur. Eignet sich aber auch für einen Old Fashioned oder einen japanischen Highball (ein kleiner Geheimtipp von mir: Highball Glas mit Eis auffüllen, 3 cl Bulleit hinzugeben, mit prickelndem Mineralwasser auffüllen und leicht verrühren, etwas stehen lassen und eine Scheibe Zitrone hinzugeben). Viel muss ich hier nicht mehr erzählen. In dieser Preisklasse überzeugt der Bulleit Frontier Whiskey weit über seinen Preis hinaus. Eine Altersangabe darf man hier selbstverständlich nicht erwarten, aber die ist in diesem Falle auch gar nicht nötig. Ein schöner Bourbon.



Wertung: 61 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse