Montag, 22. Oktober 2018

Im Test: Glenmorangie - The Original



Glenmorangie The Original
Herkunft: Schottland
Alter: 10 Jahre
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Moet-Hennessy Louis Vuitton (auch bekannt als LVMH)
Gattung: Single Malt Scotch Whisky
Preis: Schwankend zwischen 30-35-40 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Süße, Honig, Milder Geschmack, Vanille, Früchte


Einer der meist verkauften Single Malt Scotch Whiskys in Schottland und vermutlich auch weltweit. Bei dem enormen Angebot, welches Glenmorangie im Sortiment hat, ist der 10 Jahre alte "The Original" ihr Flaggschiff und dient auch gerne mal als das optimale Geschenk zur Weihnachtszeit. Überraschend bei dieser Massenabfüllung ist jedoch, wie Glenmorangie es schafft, geschmacklich im oberen Bereich zu liegen. Und so gibt es über diesen anständigen, süffigen Single Malt Scotch gar nicht mal viel zu schreiben.

Der Glenmorangie ist nicht dafür bekannt, ein besonders intensives Geschmackserlebnis zu bieten. Und das ist auch gut so. Was man hier bekommt ist eine ganz abgerundete Sache. In der Nase ist der Glenmorangie mild und schnell bemerkt man das Aroma von Vanille, was vermutlich den Ex-Bourbon Fässern zu verdanken ist. Die 40 Volumenprozente sind auch genau das, was sie sein sollen. Der 10 Jahre alte Glenmorangie ist weich (aber nicht wässrig), kein bisschen kratzig oder rauchig. Aber all das macht ihn nicht zu einem Langweiler. Besonders im Abgang gibt es nämlich noch einen schönen Fruchtcocktail, den man bei einem Scotch nicht unbedingt erwarten würde.

Man liest es, oder? Der Glenmorangie ist zahm, nicht bissig. Genau das macht ihn zum "Mainstream-Whisky", was ihm gerne mal negativ ausgelegt wird. Ist aber völliger Unsinn. Man kann diesen schottischen Vertreter uneingeschränkt genießen und besonders Freunden in geselliger Runde anbieten. Hier kann man auch gerne mal ein Gläschen mehr trinken am Abend. Obwohl es keine wirklich dominierenden Aromen gibt, die auf der Zunge haften bleiben (wie bei einem rauchigen Scotch oder intensiven Bourbons), so ist der Abgang überraschend langanhaltend und hinterlässt ein wohliges Gefühl im Mund. All das macht den Glenmorangie zu einem Evergreen, der zu vielen Anlässen oder einfach auch zum privaten Genuss passt.







Wertung: 57 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse

Antrunk: Highland Park 12 Jahre




Highland Park Single Malt Scotch Whiskey 12 Jahre
Herkunft: Schottland
Alter: 12 Jahre
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: The Edrington Group
Gattung: Single Malt Scotch Whisky
Preis: Schwankend zwischen 35-45 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Rauch, Asche, Torf, Phenol, Sherrynoten, Überreife Früchte



Vor einiger Zeit erhielt ich eine Miniatur vom Highland Park 12. Der Händler sandte mir versehentlich einen falschen Whisky den ich nicht bestellt hatte. Bei der neuen, korrekten Lieferung lag als kleine Entschuldigung eine Miniatur vom Highland Park 12 bei. Eine feine Geste. Ich wusste natürlich ungefähr, was mich bei diesem Whisky erwarten würde. Da stark rauchige Vertreter absolut nicht meinen Geschmack treffen und somit von mir nicht fair bewertet werden können, verzichte ich hier am Ende auf die Punkte und möchte einfach mein geschmackliches Erlebnis teilen.

Der Highland Park hat eindeutig seine Fans. Beinahe jede Sorte aus ihrem Repertoire ist mit einer Altersangabe versehen. Der 12 Jahre alte Highland Park dürfte wohl die gängigste und bekannteste Abfüllung der Brennerei sein. Genau wie Laphroaig muss sich diese schottische Brennerei oftmals die Anschuldigung gefallen lassen, den Begriff "Altherren-Whisky" zu prägen. Der schottische Whisky, was einstmals das Maß der Dinge war, erhält in der modernen Zeit nicht mehr die Aufmerksamkeit, die er eigentlich verdient. Besonders jüngere Genießer (Baujahr 1980 und aufwärts) verbinden schottische Whiskys häufig mit den torfigen Vertretern. Besonders aber Brennereien wie The Macallan oder Auchentoshan beweisen, dass man noch problemlos mit der Weltspitze mithalten kann und auch geschmacklich sehr komplexe Kreationen erschaffen kann.

Der Highland Park 12 ist da in seiner Herstellung doch noch sehr alt eingesessen. Er könnte der klassische Schotte sein, vor denen sich die Millennials so fürchten. Und wer mit Laphroaig bereits überfordert ist, der könnte beim Highland Park noch einmal einen drauf gesetzt bekommen. Bereits der Geruch beim öffnen der Flasche erinnert an ein Barbecue. Rauch, Torf und feine Sherrynoten strömen aus der Flasche. Im Mund heizen die auf dem Papier eher milden 40% dem Gaumen noch einmal mehr ein. Es macht sich im Mund noch mehr Rauch breit und eine Spur Phenol ist zu schmecken. Erst im Abgang schmeckte ich nachträglich noch ein paar überreife Früchte. Doch alles, was dazwischen ist oder sein könnte oder sein sollte wird vom Torf überdeckt. Für viele Whisky-Trinker ein Qualitätsmerkmal, für mich mindestens zwei Spuren zu intensiv. Beim Laphroaig hingegen ist der Rauch wesentlich weniger dominant, sobald man ihn verkostet. Der Highland Park 12 hingegen schreit förmlich noch nach einer Zigarre, um dieses rauchige Erlebnis abzurunden.

Fans von torfigen Whiskys aus Schottland werden hier sicherlich nicht enttäuscht werden. Dennoch sollte man nicht den Fehler machen, die dann doch ausgezeichneten schottischen Whiskys nur auf die rauchigen Vertreter zu reduzieren. Wie heißt es so schön: Es ist genug für alle da!

Mit Ausnahme dieser Miniatur, die ist leer ;(


Mittwoch, 17. Oktober 2018

Im Test: Suntory Hibiki Harmony Master's Select




Suntory Hibiki Harmony Master's Select
Herkunft: Japan
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 43%
Eigentümer: Suntory
Gattung: Blended Whisky
Preis: Circa 70-80 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Kandierte Früchte, Sherrynoten, Orange, Eiche, Feiner Rauch



Den Suntory Hibiki gibt es in verschiedensten Abfüllungen. Mit einem Alter versehen zahlt man hier locker Beträge im dreistelligen Bereich. Durch die derzeit schwere Verfügbarkeit schießen hier die Preise natürlich utopisch in die Höhe. Der erschwinglichste Vertreter wäre hier der sehr leckere Suntory Hibiki - Japanese Harmony, den man auch im Einzelhandel oftmals für 60-65 Euro antrifft. Wohlgemerkt, hier gibt der Hersteller keine Altersangabe an.

Der Hibiki Master's Select hingegen, ebenfalls ohne Altersangabe, dürfte weitaus schwieriger zu bekommen sein. Zwar wurde diese Abfüllung als limitiert und exklusiv für den Travel Retail Markt (Duty Free Shops) entworfen, es scheint jedoch immer mal wieder eine Abfüllung aufzutauchen. Auch außerhalb der besagten Duty Free Shops können einige Fachhändler ab und an mal ein paar Flaschen ergattern. Von der Herstellung, aber auch geschmacklich ist der Master's Select ein eindeutiges Upgrade zum Hibiki Harmony ohne Altersangabe. Der große Unterschied hier ist eine zusätzlich dreimonatige Reifung in Sherry-Fässern der Brennerei Yamazaki. Wie für diesen Blend bekannt befinden sich hier ausgewählte Malts aus den Suntory-Brennereien Yamazaki, Hakushu und Chita.

Was Suntory hier präsentiert ist ein großartiger Blend, der nur knapp an der Höchstwertung vorbeischlittert. Auch ohne Altersangabe beweist dieser Hibiki einmal mehr, was in ihm steckt. Bereits beim riechen des edlen Korkens (wie beim Hibiki üblich erinnert die Flasche an ein Parfüm-Flakon) machen sich herrliche Gerüche breit. Es ist beinahe wirklich so, als nehme man die Düfte eines edlen Parfüms auf. Natürlich haben wir es hier immer noch mit einem Whisky zu tun, der kein bisschen parfümiert ist, um sein Aroma künstlich zu erweitern. Der Master's Select ist vom Geschmack her ein Schotte mit einem typisch japanischen Touch. Da der Master-Blender in Japans Destillen einen ungemein hohen Status besitzt, ist es am Ende auch die Kunst des Blendings, die diesem Whisky seinen einzigartigen Touch verleiht.

Erst, nachdem der Whisky schon eine weile geöffnet ist, macht sich ein feines, rauchiges Aroma breit. Dieses ist sehr elegant in dem Blend eingebettet und gibt dem Master's Select noch einmal einen zusätzlichen Kick. Im Mund breitet sich ein unglaublich weicher Körper aus, der Geschmack von kandierten Früchten, saftigen Orangen und Eiche dominiert. Das Aroma der Sherry-Fässer ist, unerwartet, nicht dominant und macht sich eher bei dem trockenen Finish bemerkbar. Der Abgang ist langanhaltend und wärmt. Obwohl der Whisky nur 43% Alkoholvolumen aufweist, fehlt es ihm nicht am nötigen Punch. Dieser Punch ist hier aber wesentlich ausgeglichener als beim Hibiki Harmony, den ich dafür ein wenig kritisiert und zusätzlich ein Stück Eis für den Genuss empfohlen habe. Beim Master's Select ist dies nicht nötig, man kann ihn wunderbar pur genießen.

Der Hibiki Master's Select gewinnt noch einmal an geschmacklichen Nuancen, wenn er eine weile geöffnet ist. Auch hier ist der ungemein hohe Preispunkt wohl ein Grund zur Debatte, aber wenn man ihn einmal probiert, wird man den gezahlten Preis nicht bereuen. Hinzukommt, diese Abfüllung ist durchaus seltener und schwerer zu bekommen als der normale Hibiki Harmony. Somit eignet sich der Master's Select von Suntory auch ausgezeichnet als schönes Geschenk.



Wertung: 67 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse

Im Test: Jim Beam Signature Craft





Jim Beam Signature Craft 12yr Rare Bourbon Whiskey
Herkunft: USA
Alter: 12 Jahre
Alkoholvolumen: 43%
Eigentümer: Beam-Suntory
Gattung: Bourbon Whiskey
Preis: Circa 25-30 Euro bei 0,7 Liter
Geschmack: Weich, Karamell, Vanille, Eiche, Zitrusfrüchte



Jim Beam ist für viele ausgezeichnete Bourbon bekannt, aber nur sehr selten steht auch der Name auf dem Etikett. Bei Jim Beams Small Batch Reihe wird wohl nur der Kenner wissen, wer hinter dieser Reihe steckt. Oder aber man studiert das Etikett auf der Rückseite ein wenig.

Der Jim Beam Signature Craft hingegen ist ein Premium-Bourbon, der den Namen Jim Beam trägt und von Master Distiller Fred Noe aus dem Hause Beam abgesegnet wurde. Mit einer Altersangabe von 12 Jahren hat der Whiskey einige Jahre auf dem Buckel. Freunde europäischer Vertreter werden hier wohl schmunzelnd fragen, ob ein Bourbon es wirklich nötig hat, 12 Jahre zu reifen. Nun, die Frage kann einfach beantwortet werden: Aber natürlich! Es stimmt zwar, dass ein guter Bourbon auch nach einer Lagerzeit von 4-6 Jahren schon umwerfend sein kann, aber wie immer gehört zu einem guten Tropfen mehr als das Alter. Die Lagerung selbst ist hier ein wichtiger Faktor. An welchem Platz im Lagerhaus sich die Fässer befinden ist noch wesentlich bedeutender, als den Bourbon mit einer Zahl auszustatten.

Der Signature Craft führt leider ein trauriges Dasein im Schatten der großen Vertreter wie Knob Creek, Baker's oder Basil Hayden's. Sozusagen sticht sich hier Beam fast selbst aus. Doch im Gegensatz zum Knob Creek oder aber auch dem Basil Hayden's besitzt der Signature Craft zumindest noch die Altersangabe. Die scheint wohl auch das Verkaufsargument zu sein, da Beam diese beim Signature Craft immer wieder hervorhebt. Die Abfüllung selbst ist nicht limitiert und somit ist der Signature Craft weder Small Batch (wenn auch nicht in solchen Massen abgefüllt wie das White Label oder der ausgezeichnete Jim Beam Black) noch Single Barrel.

In der Preisklasse von 25-30 Euro bewegt sich der Signature Craft auf dem Niveau eines Gentleman Jack. Allerdings ist der Signature Craft weit über dessen Qualität anzusiedeln. Besonders wenn man den Signature Craft mal günstiger bekommt, erhält man hier einen exzellenten Bourbon der nur wenig Wünsche offen lässt. Weder zu markant, noch zu verwässert oder zu lasch (wie der Gentleman Jack). Das typische Jim Beam Aroma von Eiche, Karamell und Vanille findet man auch im Signature Craft. Allerdings ist all das wesentlich besser abgestimmt. Er ist weicher als seine in Massen produzierten Brüder und zeigt sich im Abgang überraschend komplex, so, dass auch noch frische Zitrusfrüchte zum Vorschein kommen.

Wer das Wagnis mal eingehen will, der wird beim Signature Craft sicherlich nicht enttäuscht werden. Wie immer gibt es auch in dieser Preisklasse bessere Vertreter (sogar welche, die das Jim Beam Label tragen), aber dennoch pflegt dieser Bourbon seine Daseinsberechtigung mit einer schönen Qualität. Mir hat er gut geschmeckt.



Wertung: 55 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse

Donnerstag, 13. September 2018

Im Test: Jack Daniel's Old No 7




Jack Daniel's Old No 7 Tennessee Whiskey
Herkunft: USA
Alter: Keine Angabe
Alkoholvolumen: 40%
Eigentümer: Brown-Forman
Gattung: Tennessee Whiskey
Preis: Circa 20 Euro für 0,7 Liter
Geschmack: Holzig, Eiche, Vanille, Kratzig, Stark



Fast jeder kennt ihn. Selbst, wer ihn noch nie probiert hat, kennt ihn. Sei es der minderjährige Junge der Nachbarn, der seine ersten, grässlichen Erfahrungen mit Alkohol macht oder die freche Göre eine Straße weiter, die ein Jack Daniel's Logo-Shirt trägt und nicht einmal weiß, was die überhaupt herstellen. Der Jack Daniel's Old No 7 darf in keinem Club fehlen, wo man auch Whiskey Cola bestellen kann und selbstverständlich auch in keinem Supermarkt. Einer der bekanntesten Whiskeys der Welt darf natürlich auch nicht auf meinem Blog fehlen.

Ich blicke fast 15 Jahre zurück, wo ich mir zu meinem 18. Geburtstag eine Flasche Jack Daniel's von meinem Vater gewünscht habe. Natürlich nicht für mich alleine, sondern auch für ein paar Freunde, die mit mir anstoßen wollten. Voller Vorfreude wollte ich die Volljährigkeit kosten, die hier in Flaschen abgefüllt wird und so häufig in der Werbung zu sehen ist. Es war der erste Schluck, der mich glatt wieder in mein zwölfjähriges Ich zurückbeförderte. Den Whiskey pur zu genießen war eine furchtbare Idee, ihn später mit Cola und Eis zu strecken die weitaus bessere. Doch warum die kleine Anekdote? Nun, man könnte hier von jugendlichem Leichtsinn sprechen. Ich dachte mir, so kratzig schmeckt also die Volljährigkeit. Aber aus heutiger Sicht gesehen..... so ist es nicht die Volljährigkeit, die so schmeckt, sondern es ist einfach der Old No. 7. Egal ob man den Whiskey mit 18, 42 oder 80 trinkt, weder wird er milder, noch bekömmlicher und erst recht kein Feuerwerk der Aromen.
Etwas, was man bei einer Massenabfüllung wie den Old No. 7 auch nicht erwarten darf. Es gibt, fairerweise muss das gesagt werden, deutlich schlechtere Flaggschiffe, die nahezu ungenießbar pur sind während der Old No. 7 durchaus auch pur bzw. auf Eis getrunken werden kann. Der Jim Beam White Label ist so ein Whiskey, den man eher nicht pur trinken sollte (doch sogar hier gibts noch schlechtere Alternativen).

Jack Daniel's hat sich nie als Bourbon bezeichnet, auch wenn die Herstellung und Regularien sich sehr ähneln. Als Tennessee Whiskey (in den USA ein Dry County, wo der Konsum von Alkohol verboten ist) beworben, hebt man besonders das Charcoal-Verfahren hervor, wodurch der Whiskey seinen starken Charakter erhält. Und so viel ist sicher, die mild angehauchten 40% Alkoholvolumen (80,0 Proof) fühlen sich wesentlich stärker an. Über die Jahre ist der Old No. 7 etwas milder geworden wenn ich persönliche Erfahrungen mit einfließen lasse, aber dennoch sollte man sich hier von den 40% nicht blenden lassen. In der Nase aber auch geschmacklich kommt ein klassischer Bourbon ohne nennenswerte Charakteristika durch. Eiche und Vanille dominieren alles, eine Klebstoffnote haftet dem Old No. 7 nicht an. Für den klassischen Whiskey Cola oder aber auch diverse andere Longdrinks besitzt der Whiskey jedoch genug Pepp, um den Zweck dieser Drinks zu erfüllen.

Die Frage ist eher, wieso greift man zum Old No. 7, wenn man bereits für genau so viel Geld oder gar ein paar Cents weniger einen besseren American Whiskey bekommt? Nun, ich denke, darauf wird kaum jemand eine Antwort haben. Genau wie der Playboy Hase hat sich das Logo von Jack Daniel's über Jahrzehnte durch geschickte Vermarkung in die Köpfe der Leute eingebrannt. Der ungefähre Preis, wenn nicht im Angebot, liegt bei rund 20 Euro für eine 0,7 Liter Flasche. Für ein paar Euros mehr erhält man bereits den Gentleman Jack (wenns unbedingt Jack Daniel's sein muss), der dem Old No. 7 in allen Punkten und Facetten überlegen ist. Der Preis funktioniert hier absolut überhaupt nicht und rechtfertigt sicherlich auch nicht den Inhalt in der ikonischen Flasche.

Am Ende entscheidet jeder selbst, wofür er sein Geld ausgeben möchte. In einer ähnlichen Preisklasse spielen Premium-Bourbons wie Bulleit oder Wild Turkey. Es gibt zahlreiche namhafte und schmackhafte Alternativen die weit unter 25 Euro pro Flasche liegen (bei Bourbons wird man durchaus schneller fündig als bei europäischen Vertretern) . Es gibt, wie anfangs schon erwähnt, wesentlich schlechtere American-Whiskey als den Jack Daniel's. Aber es gibt auch keine Gründe, ihn wirklich zu kaufen. Selbst die heutigen Teens lassen sich für Instagram-Selfies lieber mit einer Flasche Skyy Vodka oder Moët Champagner ablichten.



Wertung: 37 von 75 Punkte
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Kategorien

1-15 Punkte: Industrie-Fusel
16-28 Punkte: Keine Empfehlung
29-39 Punkte: Trinkbar
40-49 Punkte: Solide
50-60 Punkte: Klare Empfehlung
61-68 Punkte: Premium Whisky
69-75 Punkte: Weltklasse